WOMEN PROFILES
... mit Jocy de Oliveira (Brasilien)
| Datum: | 18.02.2005 |
| Beginn: | 21:00 |
| Ort: | SEAD, Schallmooser Hptstr. 48, 5020 Salzburg |
| Interpreten | ||
| · | Sigune von Osten, Sopran | |
| Programm | ||
| · | J. de Oliveira |
I hear voices lost on paths I encountered (1981)
für Sopran, elektroakustische Verarbeitung von Stimmen und Video |
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Morte de Desdemona (1998)
für Sopran, Zuspielung und Video |
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Medea solo (2004)
für Solosopran, Tambura und Zuspielung |
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Oboefone (aus As Malibrans) (2004)
Musik Video |
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| Naked Diva (1998) | ||
| Sigune von Osten, Sopran |
Sopran, in Dresden geboren, Studium in Hamburg und Karlsruhe, lebt auf dem Trombacher Hof in Rheinland-Pfalz, den sie zu einem internationalen Kulturzentrum gemacht hat. Zusammenarbeit mit Komponisten wie Olivier Messiaen zu dessen bevorzugten Interpreten sie gehörte - John Cage, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, Krysztof Penderecki, Cristobal Halffter u.a. und Dirigenten wie Ernest Bour, Igor Markevitch, Lothar Zagrosek, Peter Eötvös. Gast auf internationalen Festivals (Berlin, Wien, Salzburg (ASPEKTE), Donaueschingen, Venedig, Paris, Madrid, Lissabon, Warschau, St. Petersburg, Tokio), Initiatorin und Widmungsträgerin zahlreicher Ur- und Erstaufführungen, Konzertreisen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in Europa, den USA, Südamerika und Japan, Musiktheater u.a. in Stuttgart, Paris, Venedig, Madrid, Lissabon, Schallplatten und CDs. Gesprächskonzerte, Workshops zur Verbreitung Neuer Musik. Regt immer wieder Komponisten an, für sie zu schreiben, zuletzt Xiaoyong Chen, Cico Mello, Knut Müller, Daniel Ott, Iris ter Schiphorst. Gründete und leitet das ensemble MUSICA TEMPORALE für zeitgenössische Musik Dresden, und ART POINT - Kulturpool für außergewöhnliche Projekte auf dem Trombacher Hof. Ist über ihre Arbeit als Sängerin hinaus als Initiatorin, Künstlerische Leiterin, Kulturmanagerin und Produzentin tätig. Arbeitet seit etlichen Jahren regelmäßig mit außereuropäischen Musikern wie dem Chinesen Wu Wei und dem Ägypter Mohamed Askari, komponiert eigene Musik und gestaltet zunehmend grenzüberschreitende und engagierte Projekte mit Musik, Literatur, Bildender Kunst, Licht, Raum, Bewegung, Stimme: Novemberland mit Günter Grass (2001, Mainz / Dresden / Leipzig), Coexistence (2002, Museum on the Seam, Jerusalem / Berlin), Carreau Sonore (2003, rendez-vous musique nouvelle / Lothringsches Kohlerevier), Musik im Maschinenhaus (2004, Festival Dreiklang / Sachsen / Polen / Tschechien), in Vorbereitung Weill und Henze Eisler und Chaplin (2005, Weill-Fest / Dessau), John Cage Musicircus (2005, Theater im Pfalzbau / Ludwigshafen). Zusammenarbeit mit Jocy de Oliveira seit 2002 mit der Uraufführung der für sie geschriebenen Medea-Ballade (Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik). Seitdem intensive gemeinsame Arbeit an dem Musiktheaterstück Kseni (eine Fremde) als brasilianisch-deutsche Koproduktion. |
| J. de Oliveira |
| Auf Grund ihrer Überzeugung von Klang als universellem Phänomen hat Jocy de Oliveira sich seit den frühen 60er Jahren als Komponistin immer in verschiedenen Ausdrucksmedien betätigt. Sie arbeitete mit akustischen und elektronischen Instrumente, mit Musik Theater, Installationen, Text, Graphik, Video, Publikum, Tanz immer auf der Suche einer organischen Verbindung von Performance und Komposition. Als die wohl prominenteste Komponistin Brasiliens hat sie 6 große Opern und Musiktheaterstücke geschrieben, die in vielfach in verschiedenen Ländern begeistert gespielt und aufgenommen wurden. Die Opern-Trilogie, mit Inori to the sacred prostitute 1993 begonnen, wurde während eines ganzen Monats am Centro Cultural Banco do Brazil in Rio de Janeiro präsentiert. Der zweite Teil -Illud Tempus- (1994) von einer der wichtigsten Brasilianischen Zeitungen O Globo unter den 10 besten Musik Events des Jahres ausgezeichnet wurde in Sao Paulo und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert. Der dritte Teil As Malibrans ein Auftrag der Rioarte Foundation, Rio de Janeiro wurde in Darmstadt 2000 uraufgeführt, mit Folgeaufführungen in Rio de Janeiro , Hebbel Theater Berlin, 7th International Music Theater Festival in München, Teatro Avenida ,Buenos Aires u.a.. Eine neue Version von As Malibrans unter der Regie von Birgitta Trommler stand vom Oktober 2000 Jänner 2001 am Programm des Staatstheaters Damstadt. Es gibt 22 CDs die sie als Komponistin oder Pianistin zeitgenössischer Musik präsentieren, sie schrieb 4 Bücher, die in Brasilien und den USA erschienen sind, und konzipierte mehrere Videos, darunter ihre 5 Opern, die in Brasilien und anderen Ländern gezeigt wurden. Sie erhielt eine Reihe von Auszeichnungen und Stipendien wie z.B. von der Rockefeller Foundation, dem CAPS (New York Council on the Arts), der Pan American Union, Vitae, Bogliasco Foundation (USA / Italy), Rioarte Foundations, darüber hinaus ist sie Mitglied der Academia Brasileira de Musica. Ihre Musik wird häufig in Brasilien und an vielen wichtigen Stätten neuer Musik gespielt (Haus der Kulturen der Welt, Hebbel Theater in Berlin, StaatsTheater Darmstadt, Dresdner Tage der Zeitgenössischen Musik, Desden , Expo 2000 Hannover , Hayden Planetarium, Carnegie Hall, Brooklyn Academy - in New York, New Music America Festivals, Miami Planetarium, Bellas Artes - Mexico, Radio France - Paris, Gaudeamus and Gulbenkian Foundations, Biennials of Contemporary Music, Rio de Janeiro, Teatro Municipal of S. Paulo und Rio u.a. Festival- und Rundfunkauftritte in Brasilien, USA, Kanada, Mexiko, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Spanien, England, Italien, Argentinien und Ungarn. Zahlreiche Komponistenkollegen wie u.a. Berio, Xenakis, Santoro widmeten ihr als Pianistin Werke. Sie nahm das Klaviergesamtwerk O. Messiaens in den USA auf und war Solistin unter der Leitung von Igor Stravinsky und spielte mit vielen großen Orchestern der Welt. |
| I hear voices lost on paths I encountered (1981) für Sopran, elektroakustische Verarbeitung von Stimmen und Video |
| Dieses Stück wurde 1981 geschrieben. Es besteht aus 40 Gesängen oder Rufen. Sie werden in beliebiger Reihenfolge von einem oder mehreren Sopranen gesungen, bis alle ertönt sind. Die Abstände zwischen den Rufen sollen alternieren zwischen Momenten der Stille und Überlagerungen. Dadurch entsteht der Eindruck von Stimmen, die aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Orten rufen, sich antworten, überschneiden und die Stille durchdringen. Die Vorstellung ist, heute Stimmen aus der Vergangenheit und der Zukunft aufzunehmen. Ich höre Stimmen, die mir auf verlorenen Pfaden begegneten. |
| Morte de Desdemona (1998) für Sopran, Zuspielung und Video |
| Der Tod der Desdemona ist ein Stück für Sopran und Zuspielung- Es basiert auf einem anonymen Lied aus dem 16. Jahrhundert mit einer elisabethanischen Melodie und einem Text, der möglicherweise von Shakespeare stammt. Das Material für den elektroakustischen Teil entstammt dem bearbeiteten Ton eines Cellos. Es ist ein Ausschnitt aus meiner Oper As Malibrans |
| Medea solo (2004) für Solosopran, Tambura und Zuspielung |
| Eine mittelalterliche anonyme Melodie Medee fu mit dem Text in Langue dOc, basierend auf Medea, ist der Ausgangspunkt der Komposition. Die aufgelöste Melodie bildet Anfang und Ende des Stückes. In der Mitte gewinnt sie in zeitgenössischer Lesart ihre mittelalterliche Qualität zurück. Der Mythos von Medea ist ein angemessenes und zeitgemäßes Thema in seinem politischen Aspekt der heldenhaften, gehetzten und diskriminierten Frau, die von den Griechen für eine barbarische Emigrantin gehalten und deswegen als Medea ausgestoßen wurde. Dieses ist eine Version für Solosopran, ein Ausschnitt aus meiner neuen Oper Kseni Die Fremde, die am 13. März bei den Berliner Festspielen / Maerzmusik ihre konzertante Uraufführung erlebt. Das Stück ist, ebenso wie die Oper, Sigune von Osten gewidmet. |
| Oboefone (aus As Malibrans) (2004) Musik Video |
| Das Band dieses Stückes für ein Obofon und Zuspielung basiert auf einem digital veränderten Ton einer Oboe. Der Klang des Instrumentes wurde in fortlaufender und erweiterter Struktur behandelt bis das Spektrum verändert war. In Zusammenarbeit mit Ricardo Rodrigues wurde ein Mischinstrument entwickelt, um dieses spezielle Timbre zu erzielen, das eine andere Schicht zur live-Performance bildet. Um das Spektrum des Instrumentes zu verändern, verband der Oboist ein Plastikrohr mit dem unteren Ende des Instrumentes zu einem Doppelrohr. Im Gegensatz zum Tonteil, der mit einem digital veränderten Timbre der Oboe begann, war die Herausforderung beim Video, die Transformation des Bildes einer Schauspielerin ohne Computeranimation zu erreichen. Im ersten Take wurde mit einem Spezialeffekt ein riesiger Spiegel zerbrochen, um aleatorische Fragmente des Bildes der Schauspielerin zu erzeugen. Im zweiten Take verschwindet ihr Image durch einen eingespritzten dichten Nebel. Beide Takes wurden nur einmal gefilmt, um jeden möglichen Unfall mit der Schauspielerin zu vermeiden und auch um eine einmalige Chance zu nutzen. |
| Naked Diva (1998) |
| Meine Inspiration für den Text zu Nackte Diva kam von Jules Vernes Novelle Das karpathische Schloss. In dieser Novelle erfindet Jules Verne die audiovisuelle Aufnahme und das zukünftige virtuelle Image. Seine Novelle erzählt die Geschichte einer Diva, die von einem mysteriösen Mann aus Transsilvanien verfolgt wird, der jeden Abend in die Oper kommt, um sie zu hören. Eines Nachts nach der Vorstellung stiehlt er ihre Stimme und ihr Bild und nimmt beides mit nach Transsilvanien, wo er sie virtuell wieder herstellt. Die zweite Quelle die für die Erstellung des elektroakustischen Materials benutzt wurde, basiert nur auf einigen kurzen gesampelten Zitaten aus Opern, gesungen von gestorbenen Divas wie Curci, Lehmann, Cerquetti und Callas. Diese Stimmen wurden in Audio DSP in verschiedener Weise durch Filter, und Ringmodulatoren verändert und kreieren ein verändertes, hybrides Klanguniversum. Bei der Performance agiert der live Sopran mit der elektroakustischen Einspielung auf der Basis einer genau ausgeführten Partitur mit gesprochenem, gesungenem Text und kurzen Opernzitaten wie auch mit typischen Gesten einer Diva. Dieses Stück ist ein Ausschnitt aus meiner Oper As Malibrans. |
Sopran, in Dresden geboren, Studium in Hamburg und Karlsruhe, lebt auf dem Trombacher Hof in Rheinland-Pfalz, den sie zu einem internationalen Kulturzentrum gemacht hat. Zusammenarbeit mit Komponisten wie Olivier Messiaen zu dessen bevorzugten Interpreten sie gehörte - John Cage, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, Krysztof Penderecki, Cristobal Halffter u.a. und Dirigenten wie Ernest Bour, Igor Markevitch, Lothar Zagrosek, Peter Eötvös.