Konzert II
| Datum: | 06.02.2006 |
| Beginn: | 19:00 |
| Ort: | Große Aula der Universität Salzburg, Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg |
| Interpreten | ||
| · | Plural Ensemble Madrid | |
| · | Fabian Panisello | |
| Programm | ||
| · | S. Azevedo | Three American portraits |
| · | F. Villalueva |
Variaciones del aire II
für Flöte, Klarinette, Violine, Cello und Klavier |
| · | F. Panisello | Trio |
| · | S. Sciarrino | Trio Nr. 2 |
| · | M. J. Elia |
SIGNALE - Streichtrio Nr. 1 (2003)
für Vl., Vla., Vc |
| · | J. M. López López | La pluma de Hu |
| Plural Ensemble Madrid |
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Das Plural Ensemble ist bereits bei vielen Festivals zeitgenössischer Musik aufgetreten und hat in der ganzen Welt großen Erfolg bei Publikum und Kritik erhalten. Das Ensemble wurde mit dem Anspruch gegründet, seinem Publikum sowohl die Musik des 20. Jahrhunderts als auch aktuelle Kompositionen in Interpretationen auf höchstem Niveau zu vermitteln. So präsentiert das Ensemble jährliche Konzertreihen mit Schlüsselwerken des 20. und 21. Jahrhunderts in verschiedensten Formationen von solistischen Werken bis zu groß besetzten Werken. |
| Sérgio Azevedo |
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Der portugiesiesche Komponist Sérgio Azevedo wurde 1968 in Coimbra geboren. 1975 -87 studierte er Komposition bei Fernando Lopes-Graça an der Academia de Amadores de Música. Weitere Kompositionsstudien 1987-90 bei Constança Capdeville an der Escola Superior de Música, Lissabon, wo er 2003 seine Doktoratsstudien in Komposition bei Christopher Bochmann abschloss. Teilnahme an Kursen bei Gilbert Amy, Louis Andriessen, Mary Finsterer, Luca Francesconi, Philippe Manoury, Tristan Murail, Emmanuel Nunes, Jorge Peixinho und Robert Sherlaw Johnson. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 3 mal mit dem Joly Braga-Santos Preis (1991 und 94), dem 1. Preis der Juventude Musical Portuguesa (1992), dem United Nations Preis (1994), Fernando Lopes-Graça Preise (1997-98), und dem 2. Preis des Schiedmayer Wettbewerbs in Stuttgart (1998). Darüberhinaus war Portugal mit Azevedos Werken beim UNESCO International Rostrum of Composers (1992, 1999-2000) repräsentiert. Seine Werke, vorwiegend für Orchester, Kammerensembles und Klavier, wurden in Bulgarien, Kanada, Italien, der Slowakei, Slovenien, Spanien, England und darüberhinaus aufgeführt. Azevedo schrieb zahlreiche Artikel für Publikationen in Portugal und darüberhinaus, so auch für das ISCM New Music Magazine und The New Grove Dictionary of Music and Musicians, die Bücher: A Invenção dos Sons (1999, Caminho) und: Manuscrito encontrado atrás de um Piano (2002), sowie regelmäßig Texte für CD`s, Festivals und diverse Musikinstitutionen. Weitere Tätigkeiten verbinden Azevedo mit RDP in Lissabon, er ist Mitglied des Centro de Estudos Sociais e de Estética Musical (CESEM) und des Conselho das Artes do CNC. 2001 gründete er die Musikgesellschaft SCORE mit dem Ziel, die Neue Musik Portugals in Europa zu verbreiten. Er lehrte als Professor an der Academia de Música Luísa Todi, beim Orquestra Metropolitana von Lissabon, der Academia de Amadores de Música, wo er auch als Vizepräsident tätig war, sowie seit 1993 an der Escola Superior de Música de Lisboa. |
| Three American portraits |
| Three American Portraits war ein Auftrag des GMCL (Contemporary Music Ensemble of Lisbon), das in der Version für Harfe in Castelo Branco 2002 uraufgeführt wurde. Die Gruppe spielte das Stück auch in Serralves und in Lissabon. Später wurde die revidierte Fassung des Werks für Klavier vom Ensemble remix in der Casa das Artes in Porto und bei der CCB am 11. und 12. April 2003 aufgeführt. Three American Portraits wurde noch am 20. Juni 2993 beim Festival von Condeixa von der Camerata Senza Misura aufgeführt. Eine der herausragenden Charakteristika von Three American Portraits ist die enorme rhythmische Komplexität der beiden äußeren Sätze, die in den meisten Fällen nicht nur von den irregulären Takten in jeder einzelnen Stimme herrühren, sondern auch durch die Überlappung der einzelnen Sätze, was eine direkte Referenz an Stravinskys Concertino darstellt, so wie das ursprünglich für das GMCL geplant war. Dieses Projekt wurde aber nicht ausgeführt, sondern wurde zu den Drei Portraits. Der Anfang wurde aber beibehalten und ist so eine Hommage an einen meiner bevorzugten Komponisten. Im langsamen bukolischen Mittelsatz dominiert Einfachheit, währenddessen der motorische dritte Satz has sich amerikanischem Minimalismus und Jazz annähert. Die schnell-langsam-schnell Abfolge der Sätze, ein fast solistischer Aspekt der Klarinette, sowie die allgemeine polyphone und rhythmische Komplexität macht aus Three American Portraits in bestimmter Weise ein kleines Kammerkonzert, klar verwandt mit dem 1. Brandenburgischen Konzert und Stravinskys Concerto in Es-Dumbarton Oaks um nur 2 der Werke zu nennen, die mich immer fasziniert haben. |
| Fernando Villalueva |
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Geboren 1976 in Ciudad Real (Spanien). Er studierte Klavier, Komposition und Improvisation an in Ciudad Real und Madrid. Er hat an verschiedenen Kompositions- und Analysekursen in Sapnien und Deutschland teilgenommen, unter anderem mit Salvatore Sciarrino, Beat Furrer, J.M. Lopez-Lopez, Mauricio Sotelo, José María Sánchez Verdú, Helmut Lachenmann, José Luis de Delás, etc. Seine Werke wurden in Madrid, Sevilla, Cádiz, Ciudad Real, unter anderem durch Ensembles wie Proyecto Guerrero, Taller Sonoro, Trio Aquilice, und mit Dirigenten wie Beat Furrer, Michael Thomas, u.a. aufgeführt. Er erhielt 2003 und 2004 zwei Stipendien der Regierung in Andalusien um an den Kompositionskursen Manuel de Falla teilzunehmen und ein Werk zu komponieren. 2004 wurde sein Werk Del dolor y de la muerte ausgewählt für die Teilnahme am Encounter of Composition of the Ministery of Work and Social Matters und danach auch für die Aufführung in einem Konzert im Thyssen-Bornemisza Museum (Madrid). Er ist zur Zeit Lehrer für Grundlagen der Kopmosition am Konservatorium Ciudad Real. |
| Variaciones del aire II für Flöte, Klarinette, Violine, Cello und Klavier |
| Dieses Werk ist die Überarbeitung eines früheren Stückes gleichen Titels für Bassklarinette und Klavier. In diesem Stück sind die Mehrklänge der Bassklarinette wie ein Frequenzgenerator, der die Basis für das Tonmaterial des Klaviers darstellt. In der neuen Version ist die Rolle der Bassklarinette die gleiche, allerdings wird das generierte Material (hauptsächlich durch Frequenzmodulation) von den anderen 4 Instrumenten aufgenommen und weitergeführt (wenngleich nicht immer); so verstehe ich die Bassklarinette als das Herz des Ensembles. Ich liebe die Übereinanderlagerung verschiedener struktureller Ideen, und dieses Werk ist keine Ausnahme. Eine dieser strukturellen Ideen ist hier eine Geste, die im Laufe des Stückes verschiedene Modifikationen erfährt (Kontraktion, Dilatation, Schnitte). Eine andere ist die Struktur der Tempi, die mit der Aufeinanderfolge der Mehrklänge der Bassklarinette verknüpft ist. Auf makroformaler Ebene ist das Stück in 3 Teile gegliedert: der erste ist ein Prozess der Konzentration des Materials, der zweite präsentiert eine eher kontemplative Stimmung und führt uns zum dritten Teil, der eine Dekonstruktion der vorangegangenen Teile mit sich bringt. Darüberhinaus ist das Stück eine Folge von Variationen mit Introduktion und Nachspiel. |
| Fabián Panisello |
Fabián Panisello, geboren 1963 in Buenos Aires, ist Komponist und Dirigent für zeitgenössische Musik. Nach seinen Instrumentalstudien bei M. Cosachov et T. Tichauer studierte er Komposition bei F. Kröpfl, J. Viera und C. Saitta, sowie Dirigieren bei Scarabino und Peter Eötvös. 1989 übersiedelte er nach Österreich um mit einem Stipendium der Fondation Antorchas seine Studien mit Magister Artium der Hochschule Mozarteum zu beenden, wo er auch in Anerkennung seiner hervorragenden künstlerischen Leistungen einen Auszeichnungspreis des österreichischen Ministeriums für Kultur erhielt. Weiterführende Studien in Meisterkursen für Komposition und Dirigieren bei Elliott Carter, Franco Donatoni, Brian Ferneyhough, Luis de Pablo und Peter Eötvös. Als Preise und Auszeichnungen wurden ihm zugesprochen: FNA (Buenos Aires, 1988), Valentino Bucchi (Rom 1991), Preis der Erben Mozarts (Salzburg 1991), Concours International de Murcie (1993), Ville de Trieste (1993) Concours Editar (Buenos Aires, 1995). Fabián PANISELLO hat gleichermaßen als Komponist wie als Dirigent an zahreichen Festivals teilgenommen in Argentinien, Spanien, Österreich, Deutschland, Russland, Italien, er dirigierte unter anderen das Ensemble Varianti (Stuttgart) und, als Chef-Assistent, Orchester und Chor von Radio Köln (WDR). Neben seiner Tätigkeit als Komponist und der Leitung des von ihm gegründeten Plural Ensemble zeichnet er verantwortlich für Studiengang und Ausbildungsklasse in Musikanalyse an der Musikhochschule Regina Sofia, Madrid. |
| Salvatore Sciarrino |
1947 in Palermo geboren, ist stolz darauf, frei und keiner Musikrichtung zuzuordnen zu sein. Er begann im Alter von zwölf Jahren als Autodidakt zu komponieren. 1962 kam es zur ersten öffentlichen Aufführung eines seiner Werke. Sciarrino betrachtet seine ersten Werke bis 1966 als harte Lehrzeit, in der sich sein persönlicher Stil entwickelte. Seine umfassende Werkliste wird in einem ständigen kreativen Prozess weiter entwickelt. Nach Abschluss der klassischen Schulbildung und einigen Jahren des Universitätsstudiums übersiedelte Sciarrino 1969 nach Rom und 1977 nach Mailand. Seit 1983 lebt er in Città di Castello.Unter anderem komponierte er für das Teatro alla Scala, RAI, den Maggio Musicale Fiorentino, die Biennale di Venezia, das Teatro La Fenice, die Oper von Genua, die Arena di Verona, die Oper von Stuttgart, La Monnaie (Brüssel), die Oper Frankfurt, Concertgebouw (Amsterdam), das London Symphony Orchestra, Suntory Hall (Tokyo) und für folgende Festivals: Schwetzingen, Donaueschingen, Witten, Salzburg, New York, Wien Modern, Wiener Festwochen, Berliner Festspiele Musik Biennale, Holland Festival, Alborough, Festival d'Automne à Paris, Ultima (Oslo). Seine Werke von 1969 bis 2004 sind bei Ricordi verlegt und seit 2004 exklusiv bei RAI Trade. Sciarrino kann eine umfangreiche Diskographie vorweisen. Seine Kompositionen sind auf 70 CDs bei verschiedenen internationalen Labels erschienen. Sciarrino schrieb einen Großteil seiner Opernlibretti selbst und hat darüber hinaus eine reiche Anzahl an Texten verfasst, die in dem Buch "Carte da suono" (DICIM - Novecento, 2001) zusammengefasst sind. Von besonderer Bedeutung ist ein interdisziplinäres Herangehen an die musikalische Form in seinem Buch "Le figure della musica, da Beethoven a oggi" (Ricordi 1998). Er lehrte an den Konservatorien in Mailand (1974 - 1983), Perugia (1983 - 1987) und Florenz (1987 - 1996). Gleichzeitig leitete Sciarrino Fortbildungskurse und Meisterklassen, besonders hervorzuheben jene in Città di Castello von 1979 bis 2000. Zwischen 1978 und 1980 war er künstlerischer Leiter des Teatro Comunale di Bologna. Er ist Mitglied der Akademie di Santa Cecilia (Rom), Akademie der Schönen Künste in München und der Akademie der Kunst (Berlin). Sciarrino ist Träger zahlreicher Preise. Die jüngsten: Prince Pierre de Monaco (2003) und Premio Internazionale Feltrinelli(2003). Für 2006 arbeitet Sciarrino an der Oper "Da gelo a gelo" für die Schwetzinger Festspiele, die Opéra de la Bastille, Paris. |
| Marios Joannou Elia |
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wurde 1978 in Zypern geboren. Er studierte an der Kunstuniversität Mozarteum in Salzburg bei A. Hölszky, wo er den Magister artis mit Auszeichnung erwarb (2005). Außerdem schloss er die Studien in Gitarre (M. Tamayo), Musikpädagogik (W. Roscher) und Musiktheorie mit dem Bakkalaureat und ebenfalls mit Auszeichnung ab (2003/04). Zeitweise war er Student in der Kompositionsmeisterklasse von K. Huber an der Hochschule für Musik in Basel (2003/04). Als bester Student der Universität Mozarteum im Studienjahr 2001/02 erhielt er das große Stipendium des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. Zahlreiche Stipendien und Aufträge erhielt er zudem aus Argentinien, Deutschland, England, Estland, Griechenland, Österreich, Polen, aus der Schweiz sowie aus Zypern wie u.a. den Hinrichsen Foundation Award in London, die Kompositionsförderung des Bundeskanzleramtes Österreich und der Republik Zypern, das Musikstipendium des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau, das Rektor-Stipendium des Mozarteums und der World New Music Days Grant. Elia nahm an verschiedenen internationalen Meisterkursen für Komposition und multimedialer Kunst mit Künstlern wie R. Boulanger, B. Furrer, B. Lang, B. Schaeffer und K. Stockhausen teil. Bei zahlreichen internationalen Kompositionswettbewerben erhielt er bislang über 15 Preise und Auszeichnungen wie u.a. den 1. Preis beim Lutoslawski Award 2004, den 1. Preis beim Volos Kompositionswettbewerb 2004, den Raiffeisen Klassik Award 2004 in Österreich und den Förderpreis des BMW Kompositionspreises der musica viva 2005. Kompositionen von Marios Joannou Elia gelangen regelmäßig in wichtigen Konzertsälen weltweit zur Aufführung, darunter in der Warschauer Philharmonie, dem EXPO-Gelände Athen, im Radiokulturhaus Wien, der Villa Mazzacorati in Bologna, dem Festspielhaus Hellerau sowie dem Teatro Colón/Golden Hall in Buenos Aires. Außer Porträts, die ihm der ORF bereits widmete so in die Liste der Kunststars vom Morgen 2005 der Ö1 Talentebörse aufgenommen und im Ö1 Kulturjournal hatte Elia bereits mehrere Rundfunkproduktionen u.a. im ORF, im Deutschland Radio sowie im Polnischen Rundfunk. Zurzeit ist er künstlerischer und wissenschaftlicher Assistent in der Kompositionsabteilung der Universität Mozarteum Salzburg. Das bisherige Oeuvre Elias umfasst über 50 Kompositionen aller Musikgattungen. Im vergangenen Herbst wurde die Uraufführung der kollektiven Oper as time goes by, an der er mitkomponierte, vom Staattheater Hannover im Rahmen des Einsteinjahres 2005 uraufgeführt. Im Jahr 2005 wurde er u.a. mit Kompositionen für das Mauthausen Gedenkjahr sowie für die Abschlussveranstaltung des Kulturjahres der Zehn anlässlich der Aufnahme der neuen EU-Staaten in der Berliner Philharmonie beauftragt. Derzeit arbeitet Elia an einer Oper für das Mozartjahr 2006 für die Eröffnungsfeier des neuen Mozarteum-Gebäudes in Salzburg. Darüber hinaus verfasst Elia auch literarische Werke sowie musikwissenschaftliche Abhandlungen. |
| SIGNALE - Streichtrio Nr. 1 (2003) |
| Das Ameisenverhalten hat mich immer fasziniert. Einmal habe ich in einem Glas einen Teil eines Ameisenhügels mitgenommen. Eine Zeit lang habe ich die Ameisen beobachtet, wie sie Chaos - eine durcheinander gewürfelte Masse aus Schmutz, Stöcke, Ameisen und Eier - in eine organisierte Kolonie verwandelt haben. Wie können sich die Ameisen organisieren? Wie können sie kommunizieren und sich koordinieren? Bioakustik untersucht, wie Tiere den Klang für Kommunikation und Echolotung nutzen. Ferner betrachtet sie die Beziehungen zwischen den Tieren und ihrer Umwelt und zeigt, inwiefern die menschlichen Geräusche einen Einfluss auf sie ausüben. Die von Tieren angewendeten Kommunikationsmethoden lassen sich nach der Art des verwendeten Signals kategorisieren: Akustische-Klangwellen (wie beim Delphin, der mit seinen Ohren sieht), Visuellen-Lichtwellen, chemische Substanzen (die vom Geschmacks- und Geruchssinn aufgenommen werden können), taktile bedeutungsvolle Signale (von physischen Kontakt ausgelöst), Signalkombinationen, interspezifische Signalkommunikationen oder Kommunikationsausfälle. Signale stützt sich auf diese Signalkategorien. Die Komposition entwickelt sich als intensiver Dialog solcher Kommunikationssignale und möchte dadurch seine eigene Sprache zustande bringen. |
| José Manuel López López |
1956 in Madrid geboren, studierte José Manuel Lopez Lopez 1981-82 am Conservatoire Supérieur de Musique, Madrid und als Stipendiat bei Kursen von Manuel de Falla in Granada, Spanien; er erhielt Einführungen in die Komposition durch Carmelo Bernaola, Luis de Pablo und Luigi Nono.1983-85 Kompositionsstudien am Konservatorium Madrid bei Anton Garcia Abril und Luis de Pablo sowie Dirigieren bei Enrique Garcia Asensio, elektroakustische Musik bei Horacio Vaggione (GME, Cuenca). Assistenz bei Lejaren Hiller (GME). Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. den der Stiftung Jacinto und Inocencio Guerrero, der Stiftung Juan March de Madrid, den ersten Preis des 5. Concours de polyphonie des Instituto de la Juventud und zahlreiche Stipendien für weitere Studien bei Armando Gentilucci, Giacomo Manzoni, Cristobal Halffter (Villafranzia del Bierzo). Er ist Mitbegründer der Grupo del Bierzo zusammen mit Jacobo Duran-Loriga, Enrique X. Macias, Jep Nuix, Alberto Garcia Demestres und Pedro Guajardo. Seit 1986 weitere Preise und Stipendien unter anderen bei Muestra de Compositores Hispanos, beim Instituto de la Juventud als Assistant im Kompositionskurs von Franco Donatoni an der academia musicale Chigiana, Sienne (Italien), Acanthes (Paris), Studien bei Olivier Messiaen und Pierre Boulez, composer in residence beim internationalen Komponistentreffen von Villafranca del Bierzo, erste Preise bei Kompositionswettbewerben des spanischen Nationalorchesters und des Symphonieorchestes von Asturien und andere mehr. 1986-88 übersiedelt er nach Frankreich um seine Kenntnisse der elektroakustischen Kompositionsweisen bei der Groupe de Musique Expérimentale de Bourges zu vertiefen. Weitere Studien bei Karlheinz Stockhausen, am UPIC (Unité Polyagogique dInformatique et de Composition), CEMAMU (CEntre de MAthématiques et MUsique, dirigé par Iannis Xenakis), IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique et Musique) u.v.a.m. Seine Werke wurden von vielen der führenden Ensembles bei wichtigen Festivals in Europa, USA, Lateinamerika, Japan aufgeführt. Weitere Lehrtätigkeit an verschiedenen Musikinstituten in Spanien, Frankreich, Russland, Chile u.a. |
| La pluma de Hu |
| ist ein Auftragswerk des französischen Staates, uraufgeführt beim Festival Présences 2000 von Radio France durch das Ensemble Itinéraire unter der Leitung von Patrick Davin. "Die Ärzte wussten nicht, wie sie ihn heilen sollten, schließlich sagte jemand, das einzige, das den Blinden das Augenlicht zurückgibt, ist die Feder des Hu". Dies ist der Anfang einer schönen Erzählung aus der Provinz Caltanissetta. Sie stammt aus einer Sammlung italienischer Volkserzählungen, die von Italo Calvino erstellt wurde. Das Stück, im Auftrag des französischen Staates komponiert, ist Teil einer Reihe, die ich mit Werken wie Mettendo il grande oceano in spavento', A Tempo' und African Winds' begann, auch Movimientos pour deux pianos et orchestre', das im Auftrag des Festival Musica in Straßburg entstand, gehört dazu. Die eingeschlagene Richtung arbeitet mit Klangfarben und ihren Entwicklungen in der Zeit, diese jedoch vielfach fragmentiert in kleine Einheiten dank eines alles umfassenden Rhythmus nach Art des hoquetus, der sich in allen (auch den kleinsten) Bestandteilen der Komposition auf die Klangfarbe auswirkt. Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass es unmöglich ist, die Ästhetik eines Künstlers, - gleich ob Schreiber, Maler, Musiker-, anhand eines einzelnen seiner Werke zu verstehen. Ich erlebe und denke, dass produzierende Künstler den gängigen Stil erweitern in dem sie ihn in Bewegung bringen und in extremen Anstrengungen zu neuen Verständnisweisen führen, auch uns zu neuem Verständnis unserer selbst. Mein Stück reiht sich in diesen Reigen der Recherchen und produktiven Suchbewegungen ein. Für meine persönliche Technik kann ich sagen, dass mein Schreiben der letzten Jahre diverse Bereiche berührt hat, wie die Kammermusik, Solo und Werke für großes Orchester, Mischformen elektronisch-instrumental, Vokalmusik etc., was mir geholfen hat, das Herz der Klangmaterie ebenso kennen zu lernen wie die Haut. Haut nicht im Sinne von Oberfläche sondern vielmehr im Sinne eines sensiblen Gewebes, das den Zugang zum eigentlichen expressiven Gehalt der Musik erlaubt. Manchmal ist das Innere fern unserer Wahrnehmung, und trotz seines Reichtums gelangt seine Botschaft nicht hindurch, manchmal ist das Äußere zu weit außen und trotz der aufwändigen Gedanken und Ausarbeitungen bleibt die Haut unsensibel und die Botschaft wiederum unerkannt. Das Problem stellt sich in der wechselseitigen Beziehung zwischen den verschiedenen Schichten, die die Klangmasse aufbauen. Mehr und mehr erscheint es mir, dass die Beziehung zwischen ureigener Klangtransformation und äußerer Verarbeitungsweisen wie Form, Harmonie und Rhythmus im Begriff sind, neue Zwitterwesen hervorzubringen. Einmal mehr sieht man, dass die Kunst von Anbeginn der Zeiten nicht aufgehört hat, Beispiel und vollkommener Spiegel der Probleme des Augenblicks zu sein. Da nun in der musikalischen Schreibweise die Mathematik interveniert, die Physik, und jetzt auch in gewisser Weise, wie schon oben erwähnt, die (musikalische) Biologie, erlaube ich mir, einen Satz des Pioniers der Molekulargenetik Sidney Brenner zu zitieren: " Wenn die Mathematik die Kunst des Perfekten ist, die Physik die Kunst des Optimalen, so ist die Biologie nur die Kunst des Befriedigenden". Ein auf musikalische Komposition anwendbarer Gedanke, schwimmt doch die Musik seit einiger Zeit und aktuell in eher wissenschaftlichen Gewässern, dennoch mehr und mehr in der Färbung eines biologischen Humanismus, der uns näher und befriedigender ist." (José Manuel López López, Paris, Dezember 1999) |
Fabián Panisello, geboren 1963 in Buenos Aires, ist Komponist und Dirigent für zeitgenössische Musik. Nach seinen Instrumentalstudien bei M. Cosachov et T. Tichauer studierte er Komposition bei F. Kröpfl, J. Viera und C. Saitta, sowie Dirigieren bei Scarabino und Peter Eötvös.
1947 in Palermo geboren, ist stolz darauf, frei und keiner Musikrichtung zuzuordnen zu sein. Er begann im Alter von zwölf Jahren als Autodidakt zu komponieren. 1962 kam es zur ersten öffentlichen Aufführung eines seiner Werke. Sciarrino betrachtet seine ersten Werke bis 1966 als harte Lehrzeit, in der sich sein persönlicher Stil entwickelte. Seine umfassende Werkliste wird in einem ständigen kreativen Prozess weiter entwickelt. Nach Abschluss der klassischen Schulbildung und einigen Jahren des Universitätsstudiums übersiedelte Sciarrino 1969 nach Rom und 1977 nach Mailand. Seit 1983 lebt er in Città di Castello.
1956 in Madrid geboren, studierte José Manuel Lopez Lopez 1981-82 am Conservatoire Supérieur de Musique, Madrid und als Stipendiat bei Kursen von Manuel de Falla in Granada, Spanien; er erhielt Einführungen in die Komposition durch Carmelo Bernaola, Luis de Pablo und Luigi Nono.