Konzert IV
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Junge Komponisten aus Deutschland, Italien und Litauen
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| Datum: | 08.02.2006 |
| Beginn: | 19:00 |
| Ort: | Große Aula der Universität Salzburg, Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg |
| Interpreten | ||
| · | Österreichisches Ensemble für Neue Musik | |
| · | stadler quartett des oenm | |
| Programm | ||
| · | S. Sciarrino |
Codex purpureus II
für Klavierquartett (1984) |
| · | S. Sciarrino | 7. Streichquartett (1999) |
| · | F. Filidei |
Gagliarda
für Violoncello |
| · | R. Serksnyte |
Oriental Elegie
für Streichquartett |
| · | L. Vrhunc |
Satelitov trop nam zvezde kraj oznani - cas hiti
für Horn-Trio (2000) |
| · | J. Widmann |
Jagdquartett
3. Streichquartett (2003) |
| Österreichisches Ensemble für Neue Musik |
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Das Österreichische Ensemble für Neue Musik (OENM) mit Stammsitz in Salzburg wurde 1975 von Klaus Ager und Ferenc Tornai gegründet und spielte mit der Präsentation österreichischer Musik im Ausland rasch internationale Erfolge ein. Andererseits bereicherte das OENM die Salzburger Musikszene mit der Präsentation internationaler Musiktendenzen vor Ort, dies zunächst in enger Kooperation mit ASPEKTE. Anfang der 80er Jahre trat Klaus Ager von der Leitung des Ensembles zurück. 1987 übernahm der Komponist und Dirigent Herbert Grassl die Ensembleleitung und führte die Arbeit im In- und Ausland bis 1997 fort. Seither hat sich das OENM unter der Führung des Geigers Frank Stadler und des Cellisten Peter Sigl weiterhin erfolgreich als internationales Spitzenensemble für Neue Musik etabliert. Seit 1998 ist Johannes Kalitzke erster Gastdirigent des OENM. Kern des Ensembles ist das stadler quartett. Der Kammermusik verpflichtet, spielt das Ensemble von Beginn an mit variabler Besetzung; die Stammbesetzung umfasst heute ein Streichquintett, Bläser, Schlagwerk und Elektronik und kann für kammermusikalische Formen um weitere Mitglieder ergänzt werden. Im Sommer 2002 begann die längerfristige Zusammenarbeit der Salzburger Festspiele und der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums mit dem OENM. Im Jahr 2003 spielte das OENM vier Konzerte bei den Salzburger Festspielen. Im Sommer 2004 arbeitete es mit Dietrich Fischer-Dieskau zusammen, 2005 stand ein Porträtkonzert Chaya Czernowin mit dem Ensemble am Festspielprogramm, 2006 folgt im Rahmen von Mozart 22 die Uraufführung von Chaya Czernowins Adama. |
| stadler quartett |
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Das stadler quartett wurde 1992 von dem derzeitigen Konzertmeister des Mozarteum Orchesters, Frank Stadler, in Salzburg gegründet. Seine Mitglieder (Frank Stadler, Izso Bajusz, Predrag Katanic, Peter Sigl) sind zugleich auch Mitglieder des renommierten Österreichischen Ensemble für Neue Musik (OENM). Sie bilden dort den Kern des vielseitigen, der aktuellen Musik verpflichteten Ensembles. Somit steht die Erarbeitung neuer und neuester Musik auch im Zentrum der Arbeit des stadler quartetts. Rund 150 Werke, darunter zahlreiche dem Quartett gewidmete Kompositionen, hat das stadler quartett seit seiner Gründung uraufgeführt. Dazu kommen Schlüsselwerke und Standardrepertoire des 20. Jahrhunderts. Den Fundus bilden selbstverständlich die großen Werke der Streichquartett-Tradition aus Klassik und Romantik. Durch diese Vielseitigkeit hat sich das stadler quartett weit über Spezialistenkreise hinaus einen hervorragenden Ruf im Konzertleben erworben. Von besonderer Bedeutung für das Quartett ist die kontinuierliche direkte Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Dazu zählen George Crumb, Helmut Lachenmann, György Kurtág, Johannes Kalitzke, Peter Ruzicka, Jörg Widmann oder Chaya Czernowin. Die Verpflichtung zu den Salzburger Festspielen beweist Wertschätzung und Qualität des Quartetts ebenso wie regelmäßige Auftritte bei Konzerten und Konzertreihen in Salzburg (Aspekte- Festival u. a.). Zu den Höhepunkten in der Laufbahn des stadler quartetts zählt die spektakuläre Realisierung des Helikopter Streichquartetts von Karlheinz Stockhausen bei den Salzburger Festspielen 2003. Konzertreisen führten das Ensemble nach Holland, Tschechien, Deutschland, Slowenien, Norwegen, Italien, Japan, Korea und Brasilien. Für einen Dokumentarfilm über Betty Freeman (2005) interpretierte das stadler quartett in Ton und Bild Different Trains von Steve Reich. Besonders intensiv beschäftigt sich das Ensemble seit Jahren mit mikrotonaler Musik, was die differenzierten Klangperspektiven des Quartettspiels entscheidend erweitert. Im Sommer 2005 erhalten die Musiker gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des OENM den Preis für Neues Hören der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums. |
| Salvatore Sciarrino |
1947 in Palermo geboren, ist stolz darauf, frei und keiner Musikrichtung zuzuordnen zu sein. Er begann im Alter von zwölf Jahren als Autodidakt zu komponieren. 1962 kam es zur ersten öffentlichen Aufführung eines seiner Werke. Sciarrino betrachtet seine ersten Werke bis 1966 als harte Lehrzeit, in der sich sein persönlicher Stil entwickelte. Seine umfassende Werkliste wird in einem ständigen kreativen Prozess weiter entwickelt. Nach Abschluss der klassischen Schulbildung und einigen Jahren des Universitätsstudiums übersiedelte Sciarrino 1969 nach Rom und 1977 nach Mailand. Seit 1983 lebt er in Città di Castello.Unter anderem komponierte er für das Teatro alla Scala, RAI, den Maggio Musicale Fiorentino, die Biennale di Venezia, das Teatro La Fenice, die Oper von Genua, die Arena di Verona, die Oper von Stuttgart, La Monnaie (Brüssel), die Oper Frankfurt, Concertgebouw (Amsterdam), das London Symphony Orchestra, Suntory Hall (Tokyo) und für folgende Festivals: Schwetzingen, Donaueschingen, Witten, Salzburg, New York, Wien Modern, Wiener Festwochen, Berliner Festspiele Musik Biennale, Holland Festival, Alborough, Festival d'Automne à Paris, Ultima (Oslo). Seine Werke von 1969 bis 2004 sind bei Ricordi verlegt und seit 2004 exklusiv bei RAI Trade. Sciarrino kann eine umfangreiche Diskographie vorweisen. Seine Kompositionen sind auf 70 CDs bei verschiedenen internationalen Labels erschienen. Sciarrino schrieb einen Großteil seiner Opernlibretti selbst und hat darüber hinaus eine reiche Anzahl an Texten verfasst, die in dem Buch "Carte da suono" (DICIM - Novecento, 2001) zusammengefasst sind. Von besonderer Bedeutung ist ein interdisziplinäres Herangehen an die musikalische Form in seinem Buch "Le figure della musica, da Beethoven a oggi" (Ricordi 1998). Er lehrte an den Konservatorien in Mailand (1974 - 1983), Perugia (1983 - 1987) und Florenz (1987 - 1996). Gleichzeitig leitete Sciarrino Fortbildungskurse und Meisterklassen, besonders hervorzuheben jene in Città di Castello von 1979 bis 2000. Zwischen 1978 und 1980 war er künstlerischer Leiter des Teatro Comunale di Bologna. Er ist Mitglied der Akademie di Santa Cecilia (Rom), Akademie der Schönen Künste in München und der Akademie der Kunst (Berlin). Sciarrino ist Träger zahlreicher Preise. Die jüngsten: Prince Pierre de Monaco (2003) und Premio Internazionale Feltrinelli(2003). Für 2006 arbeitet Sciarrino an der Oper "Da gelo a gelo" für die Schwetzinger Festspiele, die Opéra de la Bastille, Paris. |
| Francesco Filidei |
Geboren 1973 in Pisa, beendete Francesco Filidei seine Musikstudien am Konservatorium Luigi Cherubini in Florenz mit Diplomen in Orgel und Komposition. Als Assistent an der Ecole normale supérieure und Organist am Dom von Pisa (1993 1995) belegte er Perfektionskurse bei Salvatore Sciarrino, Sylvano Bussotti und Giacomo Manzoni. Er gab Konzerte mit Werken von Franz Liszt, César Franck sowie eigenen Werken und viel zeitgenössischer Musik für Orgel und Klavier in Italien und außerhalb, 1998 bekam er das Taddei- und 2004 das Meyer-Stipendium. 1999 wurde er am Conservatoire National et Supérieur de Paris als Erstgereihter aufgenommen, um mit Frédéric Durieux und Michael Levinas (Analyse) zu studieren. Im Jahr 2000 absolvierte er den Kurs für Komposition und Informatik am IRCAM und 2004 den Kompositionskurs voix nouvelles in Royaumont. 2003 war er Finalist des internationalen Orgelwettbewerbs von Saint Albans, 2004 erhielt er einen Ehrenpreis am internationalen Wettbewerb in Straßburg und den 2. Preis beim Wettbewerb in Viterbo.Seine Werke werden herausgegeben vom Verlag Ars Publica und aufgeführt von diversen Ensembles wie Itinéraire, Alter ego, Cairn, Instant donné, Atelier XX, Nouvel ensemble modern, Ensemble orchestral contemporain, Rhizome, Intercontemporain, Percussion de Strasbourg. Aufgenommen wurden seine Werke von Radio France und Rai Tre. Seit 2003 ist er Organist der Chapelle de la Médaille Miraculeuse in Paris und Assistent von Jean Guillou an der Orgel Van den Heuvel in der Kirche Saint Eustache in Paris. 2005 erhielt er sowohl das Diplom wie auch den ersten Preis für Komposition des Conservatoire National Supérieur de Paris sowie Aufträge für Gastvorträge bei IRCAM 2006 wird er als composer in residence an der Akademie von Schloss Solitude in Stuttgart sein. |
| Raminta Serksnyte |
Raminta Serksnyte, geb. 1975, studierte Klavier bei Prof. Rymante Serksnyte, und von 1982-1994 Musik-Theorie und Komposition am J.Naujalis Musik-Gymnasium in Kaunas. 1994-2000 Studien der Komposition an der Litauischen Musik Akademie bei Prof. Osvaldas Balakauskas. Anlässlich ihrer Teilnahme an zahlreichen Kursen in Rostock, den Darmstädter Tagen für Neue Musik, Young Composers Meeting in Apeldoorn (Niederlande), International Courses for Composers in Stockholm (Schweden) und Dundaga (Lettland), Nordic Composers Workshop in Stavanger (Norwegen), Acanthes Composition Workshop in Metz (Frankreich), begegnete sie den Lehrern Louis Andriessen, Magnus Lindberg, György Kurtag, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Pascal Dusapin, Vladimir Tarnopolsky, Ole Lützow-Holm, und anderen.1995 wurde Misterioso für zwei Flöten und Kontrabass mit dem ersten Preis der Juozas Gruodis Composers Competition ausgezeichnet. Oriental Elegy für Streichquartett wurde vom Litauischen Komponistenbund als bestes kammermusikalisches Werk des Jahres 2003 ausgezeichnet; auch im Bereich der Bühnenmusik feierte sie bereits große Erfolge. Vortex für Solovioline und großes Ensemble wurde vom International Rostrum of Composers in Wien empfohlen und kam ins Finale des Gaudeamus Kompositionspreises. Raminta Serksnyte ist gleichermaßen als Pianistin und Komponistin regelmäßig bei den wichtigen Veranstaltungen für Neue Musik vertreten, so bei ISCM World Music Days (Zagreb, 2005), New Pats in Music (New York, 2005), Gaudeamus Music Week (Amsterdam, 2004, 2005), Klangspuren (Tirol, 2004), Forum Neuer Musik (Köln, 2004), Musik unserer Zeit (Münster, 2004), Arts & Science Festival (Stockholm, 2002), Arena Festival (Riga, 2002), Gaida (1997, 2000, 2002, 2003, 2004), Jauna muzika (2001), und vielen anderen mehr, sowie bei Einzelkonzerte in Europa, USA, Canada, Südamerika. In der Reihe Glimpse at Lithuania (Kanada) sowie auf der Schweden-Tournee des Litauischen Symphonie Orchesters waren es R. Serksnytes Werke, die ihr Land repräsentierten. Ihre Werke haben Eingang gefunden in das Repertoire der berühmtesten Interpreten zeitgenössischer Musik, wie Irvine Arditti und Arditti Quartet (GB), Kroumata Percussion Ensemble (Schweden), Asko Ensemble (Niederlande), Lithuanian National Symphony Orchestra, St. Christopher Chamber Orchestra, Gaida Ensemble, Jauna Muzika Choir, und viele andere. Raminta Serksnytes Schaffen verweist teils auf neoromantische Idiome, bedient sich aber auch mancher Ausdrucksformen des Minimalismus, des Jazz und anderer Stilrichtungen. In ihren Kompositionen werden Satztechniken westlicher Musik durchdrungen von feinsinnig-kontemplativen Elementen des Ostens. Großes Charakteristikum von Serksnytes Musik ist ihr Ausdrucksreichtum, ihre schillernde Imagination und große Kommunikationsfähigkeit. Die Komponistin legt großes Augenmerk auf dramatische Entwicklung, auf die dynamische Entfaltung der Form und auf Aspekte der Instrumentierung. Ihre Musik bietet ein breites Spektrum psychologischer Verfassungen, - gewissermaßen in Form musikalischer Archetypen - , meditative Ruhe, Nostalgie, Melancholie, ein Sinn für Mystisches, aber auch das Dramatisch-Expressive sowie plötzliche Ausbrüche unbändiger Lebenskraft sind vertreten. Raminta Serksnyte beschreibt Kompositionen als gehobene Geisteszustände, die sich in Klängen materialisieren, wobei die Eindrücklichkeit der Vermittlung von der handwerklichen Meisterschaft des Komponisten abhängen. |
| Oriental Elegie für Streichquartett |
| Der gleichnamige Film von Alexander Sokurov war für mich die Inspirationsquelle für dieses Stück. Ich war überwältigt von der nostalgischen Schönheit, der Traurigkeit und der tiefengründigen Reflektion der mystischen Welt der Natur in diesem Film. Ich versuchte ebenfalls die Poesie der faszinierenden Klänge der Natur in das Stück einfließen zu lassen das Kräuseln des Wassers, das Rauschen des Windes, das Rascheln der Blätter waren die ursprünglichen Impulse für das Klangmaterial. |
| Larisa Vrhunc |
Geboren 1967 in Ljubljana (Slowenien). Studierte Musikpädagogik (1985-90) und Komposition (1989-93 bei Marijan Gabrijelcic) an der Musikakademie Ljubljana und am Genfer Konservatorium (1994-96 bei Jean Balissat). Privatunterricht bei Eric Gaudibert. Im Juni 1999 beendete sie ihre Studien am Konservatorium Lyon bei Gilbert Amy. Teilnahme an verschiedenen Kompositionskursen u.a. bei S. Gubaidulina, B. Ferneyhough, M. Jarrell, K. Huber, H. Lachenmann, H. Kyburz, P. Dusapin, IRCAM. 1999 Stipendium des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf. Tätig als Dozentin für Musikanalyse und Instrumentation an der Universität Ljubljana. Sie erhielt zahlreiche slowenische und internationale Preise, Stipendien und Aufträge.
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| Satelitov trop nam zvezde kraj oznani - cas hiti für Horn-Trio (2000) |
| Der Titel des Stücks ist ein Vers eines Gedichts des größten slowenischen Dichters, France Preeren, der genau 200 Jahre vor dem Kompositionsjahr geboren wurde. Er bedeutet: Die Herde von Trabanten verrät uns den Ort des Sternes die Zeit eilt . Die Musik in diesen Worten war der Leitfaden für die Komposition. Die Idee der Herde von Trabanten wird durch eine Wolke von Harmonien eingeführt, welche auf ein paar wenige Noten reduziert wird, auf eine oder sogar nur ein Echo davon, also auf einen Punkt, der einen durch die Wolken scheinenden Stern repräsentiert. Dieser Prozess wird in verschiedenen Timbre-Kombinationen und Aspekten wiederholt, die in einem kontrastierenden zweiten Teil ausbalanciert werden, in dem die Zeit eilt und schlussendlich verschwindet. Wie in einigen anderen Stücken war ich besonders an den Momenten interessiert, wo sich verschieden Klangfarben treffen. |
| Jörg Widmann |
Jörg Widmann, 1973 in München geboren, absolvierte sein Klarinettenstudium zunächst an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music in New York. Als Klarinettist gewann Widmann erste Preise beim Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb, München und beim Wettbewerb deutscher Musikhochschulen, Berlin. 1996 erhielt er den Kulturförderpreis der Landeshauptstadt München, sowie 1997 den Bayerischen Staatspreis für junge Künstler. 2001 wurde ihm die Louis Spohr Medaille der Stadt Seesen verliehen. Er konzertierte international mit bekannten Orchestern, z.B. 1999 im Rahmen von musica viva die Uraufführung von Wolfgang Rihms Über die Linie II für Klarinette und Orchester, und ist Gründungsmitglied des Ensemble TrioLog, das sich der Pflege der Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere der neuesten Musik, widmet.Seit 1993 leitet er Meisterklassen an der Royal Academy of Music in London sowie in der Folge Kurse u.a. am Konservatorium in Odessa und der Musikhochschule Lissabon. Seit dem Wintersemester 2001/2002 ist Widmann als Nachfolger von Dieter Klöcker Professor für Klarinette an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg. Widmann begann Im Alter von elf Jahren Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Bereits 1990 wurde seine Schuloper Absences uraufgeführt, wodurch Hans Werner Henze, damaliger Leiter der Münchner Biennale, auf ihn aufmerksam wurde und ihn später in seine Kompositionsklasse aufnahm. Weitere Kompositionsstudien bei Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm folgten. Er erhielt zahlreiche Preise für seine kompositorischen Leistungen, 1999 den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung, 2002 den Schneider-Schott-Musikpreis und den Paul-Hindemith-Preis, 2003 den begehrten Förderpreise der Ernst von Siemens Stiftung sowie den Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele. 2004 der Arnold Schönberg-Preis des Arnold Schönberg-Centers und des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seine Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Fachjury der Zeitschrift Opernwelt zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. Widmann ist Fellow des Wissenschaftskolleg zu Berlin und ordentliches Mitglied der Akademie der Schönen Künste München, darüber hinaus seit 2004 intensiv tätig als Composer in Residence bei diversen Festivals und Orchestern (Deutsches Sinfonie-Orchester Berlin, NDR das neue werk, Salzburger Festspiele, Heidelberger Frühling, Edinburgh International Festival, Sommerliche Musiktage Hitzacker und Philharmonie Essen). Für großes Orchester hat Widmann eine Trilogie über die Projektion vokaler Formen auf instrumentale Besetzungen konzipiert. Sie besteht aus den Werken Lied (uraufgeführt 2003 und auf CD eingespielt von den Bamberger Symphonikern mit Jonathan Nott), Chor (uraufgeführt 2004 vom Deutschen Symphonie-Orchester mit Kent Nagano) und Messe, das im Juni 2005 von den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Christian Thielemann zur Uraufführung gebracht worden ist. Nach vierjähriger Arbeit konnte Widmann im Herbst 2004 eine Reihe von Werken mit dem Titel Lichtstudie mit dem zusammenfassenden und abschließenden Werk Lichtstudie (I-VI) vollenden, das im Rahmen seiner Residence bei der Konzertserie das neue werk des NDR erstmals gespielt wurde. Widmann beschäftigt die Auseinandersetzung mit tradierten Formen und Gattungen auch und vor allem im Bereich der Kammermusik. Es ist keine Überraschung, dass sich in der Vielzahl der Kompositionen immer wieder Werke mit Klarinette finden, an deren Aufführung Widmann regelmäßig mitwirkt. Daneben stehen seine Streichquartette: I. Streichquartett (1997), gefolgt von Choralquartett und Jagdquartett. Zu Beginn des Jahres 2005 folgte das IV. Streichquartett. Das insgesamt fünfte, Versuch über die Fuge beinhaltet einen Sopran-Part und hat im Februar 2005 die Arbeit der fünf Werke abgeschlossen, die als Sätze eines großen Kann Streichquartettentwurfs gedacht sind. Jörg Widmann lebt und arbeitet in Freiburg und München. |
| Jagdquartett 3. Streichquartett (2003) |
| Jedes meiner bisherigen Streichquartette verfolgt eine archetypische Satzform: das erste Quartett ist eine einzige Variation über die Thematik des Anfangens; das zweite ist ein einziger langsamer Satz. Das dritte nun wäre wohl traditionell ein grimmiges Scherzo. Es ist eine Entwicklung von einem (Schumanns Papillons entliehenen) gesunden punktierten Jagdthema hin zur Aufsplitterung und schließlich Skelettierung des anfänglich positivistischen Jagdgestus. Gleichzeitig ändert sich die Situation der vier Spieler: aus den auftrumpfenden Jägern werden sukzessive Gejagte, Getriebene. Dass sich in einem weiteren (tödlichen) Perspektivwechsel die drei hohen Streicher gegen das Cello verschwören und ihm die Schuld zuweisen, ist eine Analogie zu gesellschaftlichen Verhaltensmustern. Der durchweg spielerisch-überdrehte Tonfall kaschiert nur mühsam den Ernst, der jäh in dieses Stück geraten ist. Das Jagdquartett ist dem Arditti Quartett gewidmet. Jörg Widmann, im Juli 2004 |
1947 in Palermo geboren, ist stolz darauf, frei und keiner Musikrichtung zuzuordnen zu sein. Er begann im Alter von zwölf Jahren als Autodidakt zu komponieren. 1962 kam es zur ersten öffentlichen Aufführung eines seiner Werke. Sciarrino betrachtet seine ersten Werke bis 1966 als harte Lehrzeit, in der sich sein persönlicher Stil entwickelte. Seine umfassende Werkliste wird in einem ständigen kreativen Prozess weiter entwickelt. Nach Abschluss der klassischen Schulbildung und einigen Jahren des Universitätsstudiums übersiedelte Sciarrino 1969 nach Rom und 1977 nach Mailand. Seit 1983 lebt er in Città di Castello.
Geboren 1973 in Pisa, beendete Francesco Filidei seine Musikstudien am Konservatorium Luigi Cherubini in Florenz mit Diplomen in Orgel und Komposition. Als Assistent an der Ecole normale supérieure und Organist am Dom von Pisa (1993 1995) belegte er Perfektionskurse bei Salvatore Sciarrino, Sylvano Bussotti und Giacomo Manzoni. Er gab Konzerte mit Werken von Franz Liszt, César Franck sowie eigenen Werken und viel zeitgenössischer Musik für Orgel und Klavier in Italien und außerhalb, 1998 bekam er das Taddei- und 2004 das Meyer-Stipendium. 1999 wurde er am Conservatoire National et Supérieur de Paris als Erstgereihter aufgenommen, um mit Frédéric Durieux und Michael Levinas (Analyse) zu studieren. Im Jahr 2000 absolvierte er den Kurs für Komposition und Informatik am IRCAM und 2004 den Kompositionskurs voix nouvelles in Royaumont. 2003 war er Finalist des internationalen Orgelwettbewerbs von Saint Albans, 2004 erhielt er einen Ehrenpreis am internationalen Wettbewerb in Straßburg und den 2. Preis beim Wettbewerb in Viterbo.
Raminta Serksnyte, geb. 1975, studierte Klavier bei Prof. Rymante Serksnyte, und von 1982-1994 Musik-Theorie und Komposition am J.Naujalis Musik-Gymnasium in Kaunas. 1994-2000 Studien der Komposition an der Litauischen Musik Akademie bei Prof. Osvaldas Balakauskas. Anlässlich ihrer Teilnahme an zahlreichen Kursen in Rostock, den Darmstädter Tagen für Neue Musik, Young Composers Meeting in Apeldoorn (Niederlande), International Courses for Composers in Stockholm (Schweden) und Dundaga (Lettland), Nordic Composers Workshop in Stavanger (Norwegen), Acanthes Composition Workshop in Metz (Frankreich), begegnete sie den Lehrern Louis Andriessen, Magnus Lindberg, György Kurtag, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Pascal Dusapin, Vladimir Tarnopolsky, Ole Lützow-Holm, und anderen.
Geboren 1967 in Ljubljana (Slowenien). Studierte Musikpädagogik (1985-90) und Komposition (1989-93 bei Marijan Gabrijelcic) an der Musikakademie Ljubljana und am Genfer Konservatorium (1994-96 bei Jean Balissat). Privatunterricht bei Eric Gaudibert. Im Juni 1999 beendete sie ihre Studien am Konservatorium Lyon bei Gilbert Amy. Teilnahme an verschiedenen Kompositionskursen u.a. bei S. Gubaidulina, B. Ferneyhough, M. Jarrell, K. Huber, H. Lachenmann, H. Kyburz, P. Dusapin, IRCAM. 1999 Stipendium des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf. Tätig als Dozentin für Musikanalyse und Instrumentation an der Universität Ljubljana. Sie erhielt zahlreiche slowenische und internationale Preise, Stipendien und Aufträge.
Jörg Widmann, 1973 in München geboren, absolvierte sein Klarinettenstudium zunächst an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music in New York. Als Klarinettist gewann Widmann erste Preise beim Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb, München und beim Wettbewerb deutscher Musikhochschulen, Berlin. 1996 erhielt er den Kulturförderpreis der Landeshauptstadt München, sowie 1997 den Bayerischen Staatspreis für junge Künstler. 2001 wurde ihm die Louis Spohr Medaille der Stadt Seesen verliehen. Er konzertierte international mit bekannten Orchestern, z.B. 1999 im Rahmen von musica viva die Uraufführung von Wolfgang Rihms Über die Linie II für Klarinette und Orchester, und ist Gründungsmitglied des Ensemble TrioLog, das sich der Pflege der Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere der neuesten Musik, widmet.