Konzert VII

Werke junger Komponisten aus Rumänien, Italien, Polen, Russland
Datum: 11.02.2006
Beginn: 19:00
Ort: Große Aula der Universität Salzburg, Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg
Interpreten
· Ensemble Aleph (Frankreich)
Programm
· C. Arditto Casi Cerca 
für Stimme, Trompete, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
· A. Dumitrescu Colloquial Speech 
für Stimme, Klarinette, Trompete, Akkordeon, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
· C. Forlivesi Nachtlied - Fragmente 
für Stimme, Klarinette, Trompete, Violine und Violoncello
· D. Kourliandski Pas d'action 
für Klarinette, Alphorn, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
· A. Kroschel Assieds-toi, Mariette 
für Stimme, Klarinette, Trompete, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
· V. Voronov Epitaphe 
für Stimme; Klarinette, Didgeridoo, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Ensemble Aleph (Frankreich)
Das Ensemble wurde 1983 gegründet mit dem Konzept, Ort der Begegnung und des Austauschs in Sachen zeitgenössischer Musik und Kunst zu sein. Es vereinigt Solisten, die sowohl Interpreten als auch Komponisten sind ( Dominique Clément oder Jean-Charles François), spielt in unterschiedlichen Besetzungen und widmet sich speziell auch im Interesse von Komponisten mit großer Leidenschaft dem aktuellen Geschehen z.B. im Bereich neuer Beziehungen zwischen Klang und Text sowie zwischen Bewegung und Musik.
Es ist einzigartig in seinen Aktivitäten und Initiativen und eine Klassifizierung üblicher Art bliebe unzureichend. Ob es sich um spektakuläre Aufführungen handelt wie „Arrêts Fréquents“ ( ein kalleidoskopartiges Manifest mit 70 Klangbildern rund um die Ideen, die das Ensemble Aleph eines Tages noch entwickeln und illustrieren könnte) oder um Konzerte, die heutiges Schaffen in neuen Perspektiven präsentieren, immer wird das Publikum zu einer Reise voller sich wandelnder neuer Eindrücke eingeladen. Zum Konzept gehören auch Präsentationen neuer Auffassungen etablierter Werke (so z.B. J. Cage in der Choreographie von Sophie Mathey) oder die Entdeckung des Komponisten Eric de Clerq.
In der aktuellen Saison widmet sich das Ensemble Aleph vielen jungen Komponisten aus europäischen Ländern, die sich beim ‚Forum International des Jeunes Compositeurs‘ begegneten. Das bei ASPEKTE präsentierte Programm ist Teil eines großen EU-Projekts, im Rahmen dessen das Ensemble Aleph, wie auch das ASPEKTE New Music Ensemble und andere mehr, preisgekrönte Werke in den Ländern der Komponisten und ganz Europa vorstellen.


Cecilla Arditto
Cecilia Arditto wurde 1966 in Buenos Aires geboren. Sie studierte Musik am Conservatorio Julián Aguirre, CEAMC and UNQUI in Argentinien und am Konservatorium in Amsterdam, sowie bei Gabriel Valverde und Mariano Etkin, und Musikanalyse bei Margarita Fernández, Gerardo Gandini, Francisco Kröpfl u.a.
Sie schrieb Werke für Musiktheater und schuf eigene Produktionen im Bereich Videoanimation, und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet: First Composition Prize CCRR-CEAMC 1996, „Buenos Aires No Duerme“ 1998, Concurso Radio Clásica 2000, Concurso de Composición BAC-Arditti String Quartet 2000, Beca Antorchas 2002, Premio fondo Nacional de las Artes 2002. Ihre Stücke wurden bei Internationalen Festivals aufgeführt und im Rahmen von Seminaren vorgestellt, so bei: BsAs no duerme, Argentinien; Forum Internacional de Música Contemporánea (Tambuco) Mexiko; Buffalo University; MATA festival, NY; Boswil International Composition Seminar, Switzerland; YO! International Opera Festival, Utrecht, u.a.m.
Sie ist Gründungsmitglied von L.V., einer Vereinigung junger Komponisten, die Werke lateinamerikanischer junger Komponisten zur (Ur)Aufführung bringt.
Casi Cerca für Stimme, Trompete, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Die Idee dieses Stückes ist es, eher mit Andeutungen denn mit Aussagen zu arbeiten.
Die Musik bewegt sich in Bereichen der Wahrnehmung, in denen die Ereignisse eher zu erfühlen denn klar zu erkennen sind. Die Gesamtgestalt überwiegt gegenüber den Details, der Atem suggerriert mehr als dass er etwas verrät.
Mit der Begrenzung der dynamischen Reichweite, mit der Charakterisierung instrumentaler Klangfarben, mit verschwommenen Bewegungen innerhalb der rhythmische Anlage entsteht eine Musik, die ganz sachte außerhalb fokussierender Wahrnehmung existiert.
Das Stück basiert auf der Verschleierung einer Melodie, bei der die Wesensart der Melodie wichtiger ist als die Melodie selbst. Die Melodie als klare Erinnerung ist nicht singbar.
„Casi cerca“ (‚in etwa ungefähr‘) steht in Verbindung mit etwas möglicherweise Wahrnehmbaren jedoch nicht Berührbaren; „quasi“ ist die unergründliche Distanz, die die Musik ins Geisterhafte verwandlelt, „circa“ evoziert die beiden Dimensionen, die unmöglich getrennt voneinander sich verborgen halten könnten: die verschwommene Erinnerung an einen vergessenen Traum.
Adlina Dumitrescu
1964 in Bukarest geboren, studierte A. Dumitrescu zunächst an der Polytechnischen Universität im Bereich Computer und Automatische Kontrolle (Diplom 1987), dann an der Nationalen Musik-Universität (Rumänien) bei Dan Dediu und Stefan Niculescu mit Diplom 1997, sowie bei drei der von Aurel Stroe in Busteni (Rumänien) geleiteten Sommerkurse für Komposition.
Sie unterrichtet ‚musical informatics‘ und rumänische Folklore an der Nationalen Musikuniversität, Bukarest, und ist auch in anderev Bereichen der traditionellen musikalischen Kultur tätig. Seit 2002 beforscht sie diese Thematik auch an der Abteilung für Musikanthropologie der Universität Tampere, Finnland.
Die musikalischen Arbeiten von Adina Dumitrescu umfassen instrumentale und vokal-instrumentale Kammermusik, deren jüngste Werke von ihrem Interesse für die melodische Dimension des gesprochenen Wortes zeugen, dies sowohl in gewöhnlichem als auch in artifiziellem Konztext. Ihre Dissertation behandelt die melodischen Phänomene der Musik und der gesprochenen Sprache als unterschiedliche Arten klanglicher Kommunikation.
1994 war sie Siegerin des „Mihail Jora” Kompositionswettbewerbs mit „Playback for piano solo“ und 1998 den 3. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs des rumänischen Rundfunks für „Metanoia for orchestra“. Ihre Werke wurden aufgeführt bei renommierten Internationalen Festivals in Bukarest und Zilele (Rumänien), bei den internationalen Begegnungen von Kompositionsstudenten in München (1998), bei Zyklus Asyl und Porgy&Bess, Wien (2001) und Muusikin Aika, Viitasaari, Finland (2002).
Colloquial Speech für Stimme, Klarinette, Trompete, Akkordeon, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Die Kernidee dieser Improvisation basiert auf der Beziehung zwischen Musik und Sprache.
Die Geschichte der Musik erzählt uns, dass das gesprochenen Wort und der gesungene Klang gleichzeitig entstanden. Wir singen, wenn wir sprechen und wir sprechen, wenn wir singen.
Colloquial Speech ist eine Musik über eine sehr gewöhnliche Unterhaltung, in der Art von Party-, Dinner- und Feierabend-Gesprächen. Es gibt drei unverzichtbare Elemente jeglichen Gesprächsflusses, - einen Puls, - ein Kontinuum der „Tonart“, - und viele kleine Dialoge (samt deren häufigster Ausformung als Monologe!), die sich in melodischen Zellen kleineren Umfangs mitteilen.
Das Ausdrucksniveau der Musik über die Rede verlangt nach einer einfachen, inoffiziellen und spielerischen Art der Darbietung. Die Musik von Colloquial Speech informiert mehr, als dass sie überzeugt, unterhält mehr, als dass sie motiviert.
Carlo Forlivesi
Carlo Forlivesis musikalische Ausbildung umfasst Studien in Komposition, Dirigieren, Klavier, Cembalo, Alte Musik, Computermusik und Japans traditionelle Instrumente. Er erwarb Diplome am Staatlichen Konservatorium in Bologna, dem staatlichen Giuseppe Verdi Konversatorium (Mailand), der Nationalen Akademie Santa Cecilia (Rom) und setzte seine Studien in Kursen am IRCAM in Paris fort.
In postgraduierten Studiengängen forschte er am DIEM (Dänisches Institut für Elektroakustische Musik und am Tokyo Music College; er war artist-in-residence am Akiyoshidai International Art Village und Gastdozent an der Universität Sapporo in Japan. Seine akademische Tätigkeit reichte von interaktiven Computersystemen bis hin zu traditioneller japanischer Kunst und wurde unterstützt von den Regierungen Dänemarks und Japans sowie von der Musikstiftung Rohm, Kyoto.
Seine eigenen Werke entsprechen seiner weit reichenden Forschungstätigkeit, elektronische und akustische Arbeiten, für Orchester wie auch für traditionelle japanische Besetzung unter Einbeziehung von Tanz.
Er erhielt zahlreiche Preise: Yamaha Music Foundation (Tokyo), Huub Kerstens Prize (Amsterdam), Saxonia Preis (Leipzig), Academy of Fine Arts and Music Conservatory Award (Bologna), Movin‘Up Art Programme (Turin).
Darüber hinaus war er nominiert für: Takemitsu Award, Gaudeamus Prize und Jeunesses Musicales Prize.
Aufführungen seiner Werke in vielen wichtigen Festivals und Häusern, wie Tokyo Opera City, Akiyoshidai International Art Village, Gaudeamus Music Week (2002 und 2003), Yakult Hall Amsterdam, IRCAM, Centre Acanthes, Biennale Musiques en Scéne Lyon, BKA Berlin, Elektronische Nacht Stuttgart, Ljubljana Festival, Puccini Hall Milan, Emilia-Romagna Festival, Il Circolo della Musica, La Chapelle Historique du Bon-Pasteur de Montreal, Chaine Culturelle de Radio-Canada, Dutch Radio, RAI Italien, SWR deutschland, TYS-Channel Japan, Shanghai Washi Exposition, Northern Cultural Forum.
Unter den Interpreten seiner Werke sind das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, Holland Symfonia (unter Leitung von Peter Hirsch), Laboratorio Vocale Ottantasette, Koor Nieuwe Muziek, die Pianisten Jean-Marie Cottet und Yaou Xie.
Sehr persönliche Kooperationen verbinden ihn mit dem Cellisten Benjamin Carat (für das Projekt „Residences virtuelles“), und mit Yukio Tanaka (Biwa-Meister)und Sayuri Unou (traditioneller japanischer Tanz).
Nachtlied - Fragmente für Stimme, Klarinette, Trompete, Violine und Violoncello
„Seit langem schon interessierte ich mich für Komposition aus semiotischer Kulturperspektive. Nachdem ich 3 Jahre darüber in Japan gearbeitet hatte, konnte ich ganz intensiv auf japanische Instrumente fokussieren: allen voran faszinierte mich „ biwa“, ein einzigartiges und technisch anspruchsvolles traditionelles Instrument, den westlichen Instrumenten völlig unähnlich.
Mein Zugang, für Biwa neue Musik außerhalb seiner traditionellen Zusammenhänge zu schreiben, aber gleichzeitig seine spezifischen ästhetischen Eigenschaften zu erhalten, spiegelte meine Identität als europäischer Komponist wider.
Danach verwendete ich die für Biwa geschriebene Musik, um sie für westliche Instrumente neuerlich zu komponieren:
„Nachtlied - Fragmente“ ist das Ergebnis dieses Rückbezuges.
Fragmente einer Ode von Giacomo Leopardi (ein ‚Nocturno‘ über die Beziehung von Mond und Existenz) werden gesungen zu instrumentaler Begleitung und kurzen, erfindungsreichen Zwischenspielen, wahrnehmbar als komplementär zum unausgesprochenen Text.
Die Einzigartigkeit des Ensemble Aleph mag in „Nachtlied – Fragmente“ wiedererkannt werden, die ganz besonderen Besetzungen und Spielweisen erlaubten mir, meinen Stil und meine poetische Sichtweise zu erweitern.“
Dmitri Kourliandski
Dmitri Kourliandski wurde 1976 in Moskau geboren und studierte von 1991-95 am dortigen Peter Tschaikowsky Konservatorium Flöte, danach bis 1996 am Nadia und Lili Boulanger Konservatorium in Paris. Seit 1997 studiert er Komposition bei Leonid Bobylev (Tschaikowsky Konservatorium), sowie in Meisterkursen bei Maarten Altena, Louis Andriessen, Hanna Kulenty, Michael Levinas, Theo Loevendie, Martijn Padding, Vladimir Tarnopolski und Andrew Toovey. 2002 stellte er seine Abschluß – Arbeit über das Requiem von Ligeti vor.
Er erhielt den 1. Preis des Geaudeamus Wettbewerbs 2003, eine ehrende Erwähnung beim All-Russia Young Composers Wettbewerb 1999, war Finalist beim Ensemble Eleven Young Composers Wettbewerb 2003, (England), den Interpreten Preis und den 2. Publikumspreis bei Pythian Games Composers contest 2004, (St.-Petersburg).
Seine Werke werden regelmäßig aufgeführt bei führenden Festivals zeitgenössischer Musik wie Moskauer Herbst, Moskau Forum, Alternativa (Russland), Oxford contemporary music festival, BMIC ‚Cutting Edge‘ Konzertreihen in England , Gaudeamus Music Week, International Young Composers Meeting, LOOSmanifestatie (Niederlnade), Berliner Festspiele, Klangriffe (Deutschland) u.a.m. Unter den Interpreten seiner Werke finden sich das Große Symphony Orchester Russlands (Leitung: Vladimir Fedoseev, Staatliches akademisches Symphony Orchestra. Russland (Leitung:Felix Korobov), Moskauer Philharmonisches Orchester (Leitung: Alexander Sladkovsky), Studio für Neue Musik (Moskau), Moskauer Ensemble für zeitgenössische Musik, eNsemble (St. Petersburg), BACH Orchester (Yekaterinburg), IXION ensemble (England), Ensemble Eleven (Manchester), „de ereprijs“ (Apeldoorn, Niederlande) u.a.m. Darüberhinaus wurden seine Werke im Rundfunk ausgestrhlt in England, Holland, Deutschland und Russland.
Er ist seit 2004 Mitglied des russischen Komponistenbundes, und unterrichtet seit 2001 Instrumentation am Tschaikowsky Konservatorium.
Pas d'action für Klarinette, Alphorn, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Das Stück stellt eine hermetische dialiektische Konstruktion dar, eine Art freiwilliger Zwanghaftigkeit der Klänge, auch als visuelles Ereignis, sofern es im Konzert dargeboten wird. Ausgangspunkte des Stückes sind die gegensätzlichen Idden, symbolisiert in langen und kurzen Noten, Standardinstrumente und seltene Instrumente, streng organisierter Textur –freie Textur, Bewegung (Aktion) und deren Abwesenheit.
Artur Kroschel
Artur Kroschel wurde 1973 in Polen geboren, studierte Komposition an der Musikakademie Posen bei Jan Astriab und graduierte mit Auszeichnung. Studien der elektronischen Musik bei Lidia Zieli*ska und bei den Internationalen Kursen für zeitgenössische Musik „Krakau-Stuttgart“ in Krakau und beim „International Workshops of Multimedia Art“ in Skoki.
Er wurde ausgezeichnet mit dem 1. Preis des Komponisten Wettbewerbs „9. schlesische Dage für zeitgenössische Musik „ in Katowice (2000) und erfuhr ehrenvolle Erwähnung bei den Kompositionswettbewerben ‚Adam Diur‘ in Sanok (2000) ‚Tadeusz Baird‘ in Warschau (2002). 1999 wurde er mit einem Stipendium des Kunstministeriums und 2000 mit dem Davidoff Preis für Junge Komponisten ausgezeichnet.
Seine Werke wurden bei Konzerten und Festivals in Polen und darüberhinaus aufgeführt: „Musica Polonica Nova“ in Wroclaw „Poznan Music Spring”, beim „Warschauer Herbst“ und bei den “9. schlesische Dage für zeitgenössische Musik“ in Katowice.
Seine Werkliste umfasst Orchesterwerke, Kammermusik, Solostücke und elektronische Musik. Er arbeitet eng mit Dirigenten und anderen Künstlern zusammen und komponiert für Ausstellungen und performances verschiedenster Art. Als Mitglied eines Percussion – Ensembles gab er Konzerte in Polen, Deutschland, Holland, Frankreich und Italien.
Darüber hinaus ist er Lehrer an der Musikakademie in Poznan und widmet sich der Verbreitung zeitgenössischer Musik.
Assieds-toi, Mariette für Stimme, Klarinette, Trompete, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Das Stück „Assieds-toi, Mariette“ für Sopran und sechs Instrumente wurde 2003 komponiert. Die Instrumentengruppe setzt sich aus Klarinette, Kontrabassklarinette, Trompete, Violoncello, Klavier und Schlagwerk zusammen. Der Titel des Stücks stammt von einem polnischen Volkslied aus der Gegend von Podlasie. Der Originaltitel lautet „Oj siadaj, Marys“. Der Text wurde bearbeitet und ins französische übertragen. Die Sopran Stimme mit dem Text scheint allerdings erst im letzten Teil des Stücks auf und besteht nur aus einem Ton („f2“) mit einem kleinen Glissando am Ende. Die 6 verschiedenen Instrumente sind viel wichtiger als die Sopranstimme: da das Auftreten des Texts keinen Verlauf gestaltet oder dem Stück eine Form gibt, sondern eine Art Abschluss ist. Violine, Violoncello und Schlagwerk unterscheiden sich in der Instrumentalgruppe.
Valery Voronov
V. Voronov (geboren am 3. März 1970 in Moskau) beginnt bereits 1977 mit seiner musikalischen Ausbildung. Nach Erlangung seines Abschlusses an der Glinka Hochschule für Musik setzt er seine Studien an der Musikakademie Minsk als Schüler von Prof. D. Smolsky fort und absolvierte alle Kurse mit Auszeichnung. Seit 1995 war er in der Kompositionsklasse von K. Meyer an der Musikhochschule in Köln, wo er zur gleichen Zeit an den Meisterkursen von G. Katzer im Schloß Rheinsberg teilnahm. 2001 Weiterführende Studien im Studio für elektronische Musik H. U. Humperts an der Musikhochschule Köln.
Er komponierte Musik für unterschiedliche Projekte im Bereich Theater, Radio und Film und gewann mit seinen Kompositionen viele Preise, unter vielen anderen auch den ersten preis beim 5. Internationalen W. Lutoslawski Kompositionswettbewerb für sein Werk ‚Andante Luminoso‘ für großes Orchester.
Epitaphe für Stimme; Klarinette, Didgeridoo, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagwerk
Epitaphe für Sopran und sechs Instrumente wurde 2003 für das Ensemble Aleph komponiert. Es ist auch ein musikalischer Tribut an einen Musikerfreund, der unter tragischen Umständen im Alter von 31 Jahren verunglückte. Der einzige in Epitaphe verwendete Text ist ein Auszug aus Plotins 2. Enneade (II, 9, 1) der in griechischer Sprache am Höhepunkt des Stückes gesungen wird. Es ist das Motto des Werks, die Formel für seine innere Bewegung und eine Entwicklung, die, in sich geschlossen, sich zu allem öffnet.