ASPEKTE 2008

TRAUM:Sequenz [IV.2]
Datum: 08.03.2008
Beginn: 19:45
Ort: Universität Mozarteum, Großes Studio, Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg
Interpreten
Quattro Mani
Alice Rybak, Klavier
Susan Grace, Klavier
Michael Mitterlehner, Schlagwerk
Rizumu Sugishita, Schlagwerk
Programm
G. Crumb
(*1929)
Music for a summer evening (1974)


George Crumbs Stück für zwei verstärkte Klaviere und Schlagzeug "Music for a Summer Evening" aus dem Zyklus Makrokosmos nimmt die durch Béla Bartóks Sonate berühmt gewordene Besetzung auf. Die Möglichkeiten des Klaviers und des Schlagzeugs haben sich seit Bartóks Zeit erweitert, was Crumb voll ausschöpft. Ein reiches Kompendium exotischer Instrumente wird eingesetzt, darunter tibetanische Gebetssteine oder der afrikanisch-kubanische Güiro (wörtlich Flaschenkürbis), die teilweise auch von den Pianisten bedient werden. Der Komponist bezieht sich auf die "meist traditionelle Polarität" zwischen Tonalität und Atonalität und sieht das Werk als "kosmisches Drama". Es ist auch eine Reise in die Musikgeschichte. Bachs Wohltemperiertes Klavier wird ebenso zitiert (in der finalen "Musik der Sternennacht") wie US-Hymnen und Schuberts "Wandererfantasie". Crumb, ein umfassend gebildeter Universalgelehrter alter Schule, hat den drei "Hauptsätzen" literarische Mottos gegeben, entsprechend seiner "kosmologischen Klangpoesie": 1. Satz, "Nocturnal Sounds": "Ich höre flüchtige Echos, die Vergessenheit der tiefen Nacht im sternenübersäten Wasser." (Salvatore Quasimodo); 3. Satz, The Advent": "Das ewige Schweigen des grenzenlosen Raums erschreckt mich." (Blaise Pascal); 5. Satz, "Music of the Starry Night": "Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält." (Rainer Maria Rilke).